Derby unter Flutlicht: Ein Wiedersehen mit Brisanz

Torsten Reisewitz kehrt mit dem SV Schönenbach an seine ehemalige Wirkungsstätte in Nümbrecht zurück – Schon im Kreispokal lieferten sich die Landesligakonkurrenten ein emotionales Duell

Vorschau Landesliga (10. Spieltag)

SSV Homburg-Nümbrecht – SV Schönenbach (Freitag, 20 Uhr).

Es fehlen: Felix Sievers, Dean-Robin Paes, André Dej, Jan Geue – Siamnd Al-Awde, Niels Smuda.

Einsatz fraglich: Mouad Zaki, Lukas Grünberg, Felix Klein, Collins Ihekaire – keine Angabe.

Zum Spiel: Es ist ein Wiedersehen, das Erinnerungen wecken dürfte. Wenn der SSV Nümbrecht am Freitagabend den Landesligaaufsteiger SV Schönenbach empfängt steht – nicht überraschend – ein Mann im Mittelpunkt: Torsten Reisewitz. Der heutige Schönenbacher Coach verbrachte immerhin neun Jahre beim SSV, ehe sich die Wege im Sommer des vergangenen Jahres trennten. „Ich freue mich mega auf das Spiel, weil ich da Menschen treffe, auf die ich mich sehr freue. Und 20 Uhr unter Flutlicht am Freitagabend, das sind Abende, die mir als Trainer Spaß machen“, kommentiert er die Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte.

Im August hatte sich Nümbrecht in der ersten Pokalrunde in Schönenbach mit 3:1 durchgesetzt. Das Ergebnis geriet angesichts der Begleitumstände beinahe zur Nebensache. Drei Strafstöße, zwei Platzverweise, zwölf Verwarnungen und ein Handgemenge nach dem Abpfiff prägten die Begegnung vor rund 450 Zuschauern. Joscha Trommler verwandelte zwei Elfmeter für den SSV, Niklas Clemens machte in der Nachspielzeit den Erfolg perfekt.

Für weitere Emotionen habe Reisewitz aber derweil wenig übrig. Die Schönenbacher haben nämlich gravierende personelle Probleme. Schon in der vergangenen Woche musste das Training abgesagt werden. Nur sieben Spieler standen zur Verfügung. Eine Krankheitswelle habe beinahe den gesamten Kader außer Gefecht gesetzt. Mittlerweile sei die Lage besser und man habe zehn einsatzfähige Spieler, informiert Reisewitz, nicht ohne ein Spur Sarkasmus über die Lage. „Ich hoffe, dass wir noch alle an Bord bekommen, aber mit zehn Spielern werde ich da nicht hinfahren. Dann fällt das Derby aus“, stellt er ein maximal negatives Szenario in Aussicht.

Auch bei den Nümbrechtern ist die personelle Lage angespannt. Sorgen macht man sich aber nicht, auch wenn aus der Reihe der fraglichen Spieler tendenziell keiner zur Verfügung steht. „Wir haben einen großen Kader und haben uns vor der Saison bewusst dafür entschieden. Wir wussten, dass es solche Phasen geben wird“ sieht Voike den Nümbrechter Kurs bestätigt und sich allen Schwierigkeiten zum Trotz gerüstet. Das klare Ziel sei, im zweiten Heimspiel seit der Rückkehr ins eigene Stadion, endlich den ersten Sieg einzufahren.

„Wir wollen den ersten Dreier holen, aber ich bin sicher, dass das ein enges Spiel wird“, so Voike der noch das jüngste Aufeinandertreffen im Blick hatte. „Schon das Pokalspiel war ein hitziges und enges Spiel. Ich erwarte, dass es auch jetzt ein hochemotionales Spiel wird, in dem die fußballerische Qualität nicht immer im Mittelpunkt steht. Wir müssen das Spiel in den Griff kriegen und unsere Qualität auf den Platz bringen“, so Voike.

Schönenbachs Coach Torsten Reisewitz nimmt die Außenseiterrolle gerne an: „Die Kaderbreite der Nümbrechter hätte ich gerne. Für mich schlagen sie sich bisher klar unter Wert. Für uns ist es einfach. Wir rechnen uns nichts aus und gehen ohne Druck ins Spiel. Sie haben Qualität über die Außenpositionen und sind brutal bei Standards. Wir müssen Lösungen finden, damit sie nicht in die Situationen kommen. Wir dürfen ihnen keinen Raum anbieten, so wie wir es gegen Marialinden und Oberpleis gemacht haben.“

Quelle: www.Oberberg-aktuell.de