Wiehl wacht zu spät auf: SSV macht den Titel-Hattrick voll

Der SSV Homburg-Nümbrecht triumphiert auch beim dritten Sparkassen-Cup – Finalerfolg gegen den Landesliga-Rivalen Wiehl vor 500 Zuschauern in Bielstein – Veranstalter und Gastgebervereine ziehen positives Fazit.

Zum dritten Mal fand der Sparkassen-Cup (SC) für die Fußballklubs aus dem gesamten Geschäftsgebiet des Namensgebers statt und zum dritten Mal heißt der Sieger SSV Homburg-Nümbrecht. Der Landesligist setzte sich vor etwa 500 Besuchern in Bielstein durch einen 3:2-Sieg gegen den Ligarivalen FV Wiehl, gegen den man in der Gruppenphase vor sieben Tagen mit 0:2 verloren hatte, erneut die Krone auf und strich ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro ein, während sich der Zweitplatzierte immerhin mit 750 Euro trösten durfte. Auch die Teams auf den Plätzen drei und vier, der SSV Bergneustadt und der VfL Gummersbach, erhielten Prämien über 600 bzw. 500 Euro.

[Der SSV Homburg-Nümbrecht feierte auch in diesem Jahr den Sieg beim Sparkassen-Cup.]

Für Frank Grebe war die Siegerehrung die letzte offizielle Amtshandlung beim SC. Er geht Ende des Jahres als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gummersbach in den Ruhestand – und präsentierte sich zum Abschluss in Spendierlaune. Als zusätzliches „Schlechtwettergeld“ (Grebe) erhielten die beiden Gastgeber, der BSV Bielstein und der FC Wiedenest-Othetal, jeweils 1.000 Euro. Einige Spieltage waren doch arg verregnet, was sich auf die Zuschauerresonanz und den Umsatz auswirkte. „Der eine oder andere ist abends klatschnass unter die Dusche gegangen“, sagte Grebe.

Weitere gute Nachrichten für den BSV: Zur Errichtung einer Anzeigentafel am Sportplatz schießt das Geldinstitut 5.000 Euro dazu, einen Betrag in gleicher Höhe steuert die Sparkassen-Stiftung für das Homburger Land bei, wie deren Kuratoriumsvorsitzender Ulrich Stücker (Bürgermeister der Stadt Wiehl), versicherte.

[Nümbrechts Kilian Seinsche bedrängt Florian Liebelt (li.).]

Grebe dankte den Verantwortlichen aus Bielstein und Wiedenest für die Ausrichtung der diesjährigen Auflage und insbesondere den vielen fleißigen Helfern, „die diese Woche erst ermöglicht haben“, so der Sparkassen-Chef.

Nicht weniger als 80 „Anpacker“ waren seit vergangenem Samstag in der Dr. Kind-Arena damit beschäftigt, dass alles rund läuft und die Gäste mit Speis und Trank versorgt werden, aufseiten des FCWO wirkten über 60 Personen bei der Orga mit. Christof Fries, Vorsitzender des BSV Bielstein, und Robin Faulenbach vom Wiedenester Vorstand stimmten ebenfalls Lobeshymnen auf die unzähligen Unterstützer an und zogen in organisatorischer und sportlicher Hinsicht ein positives Fazit. Alle Spiele seien sportlich, spannend und fair abgelaufen und von Respekt, Toleranz und Fairplay geprägt gewesen, hob Fries hervor.

[Der Wiehler Kevin Derksen spielt den Ball vor Joscha Trommler weiter.]

Für die Trainer und vor allem die Kicker ist der SC indes eine ziemlich anstrengende Angelegenheit. So mussten die Finalisten sechs Partien in acht Tagen bestreiten. „Das ist selbst für uns eine enorme Belastung, obwohl wir einen recht großen Kader haben und zum Glück ohne größere Verletzungen durchgekommen sind“, so der neue SSV-Coach Marcus Voike, der bei seiner Turnier-Premiere („Der Sparkassen-Cup hat mir großen Spaß gemacht. Unter den Vereinen hier in Oberberg gibt es einen schönen Zusammenhalt.“) direkt den Titel bejubeln durfte. Seinen Akteuren gönnt er jetzt zunächst ein paar freie Tage. Am Donnerstag geht’s mit der nächsten Einheit auf dem Platz weiter.

Ins gleiche Horn stieß Sascha Mühlmann. Er regte an, den Spielplan zeitlich zu strecken, damit die Mannschaften eine Möglichkeit zum Durchschnaufen haben. „Ich bin froh, dass wir jetzt eine normale Trainingswoche haben werden“, betonte der Wiehler Trainer. Ähnlich sah es Marcel Walker, Coach des SSV Bergneustadt: „Die Belastung war sehr hoch und wir konnten wenig wechseln. Wenigstens ein Tag Pause zwischendurch wäre gut.“        

                 

Finale

FV Wiehl – SSV Homburg-Nümbrecht 2:3 (0:2).

In der vergangenen Landesliga-Saison entpuppte sich der FV Wiehl als Angstgegner des SSV Homburg-Nümbrecht. Das Team von Sascha Mühlmann verbuchte in den beiden Liga-Derbys vier Punkte und kegelte die Blau-Gelben im Pokal raus, um sich später im Finale gegen den SV Schönenbach den Titel zu sichern. Doch beim SC gibt es an den Nümbrechtern offenbar kein Vorbeikommen. Nimmt man die Siege beim Vorgänger-Wettbewerb, dem Homburger Sparkassen-Cup, hinzu, holte Nümbrecht den sechsten Triumph in Serie.

[Marcus Voike feierte ein erfolgreiches Debüt als Coach des SSV Homburg-Nümbrecht.]

„Ein Riesenglückwunsch an die Mannschaft“, freute sich Marcus Voike nach seinem Debüterfolg als Trainer des SSV. „Fast jeden Tag zu spielen, ist schon eine Herausforderung“, hatte er beim Blick auf den vollen Terminplan erstmal gestutzt. „Die Jungs haben es aber sehr gut gemacht. Im Finale waren wir dominant und haben zurecht mit 3:0 geführt. Am Ende ist es, vielleicht auch durch die vielen Wechsel, noch einmal spannend geworden, aber wir haben verdient gewonnen.“

Tatsächlich zeigten die Nümbrechter eine andere Körpersprache als bei der 0:2-Pleite gegen Wiehl vor einer Woche und verzeichneten die erste gute Abschlusschance, als Dean-Robin Paes im letzten Moment geblockt wurde (6.). In der 13. Minute schickte Ricardo Bauerfeind Paes mit einem punktgenauen Steilpass auf die Reise. Der Stürmer umkurvte Torhüter Ron Lony und schob die Kugel zur Führung ein.

[Die Leistung in der ersten Halbzeit konnte Sascha Mühlmann nicht gefallen, er nahm die Niederlage auf seine Kappe.]

Die Voike-Equipe hatte deutlich Oberwasser, war in den Zweikämpfen präsenter und in der Offensive durchschlagskräftiger. Nach einer Ecke von Joscha Trommler konnte Sebastian Ramspott seinen Kopfball nicht mehr Richtung Tor drücken (17.), Robin Brummenbaum schoss aus kurzer Distanz einen Wiehler an (23.) und verpasste freistehend eine Kopfballchance (29.). Zudem köpfte er das Spielgerät nach einem langen Trommler-Einwurf ans Außennetz (32.). Doch das 0:2 ließ nicht lange auf sich warten: Per Direktabnahme verwertete Marvin Hennecken eine Maßflanke von Felix Adamietz.

„Die erste Halbzeit nehme ich auf meine Kappe“, sprach Sascha Mühlmann davon, den falschen taktischen Ansatz gewählt zu haben. Nach Wiederbeginn fand Wiehl besser ins Match, den ersten nennenswerten Torschuss gab der FV allerdings erst in der 59. Minute durch Moritz Müller, der Matteo Tessarolo mit einem Aufsetzer prüfte, ab. Auf der Gegenseite hatten zuvor Paes und Dennis Kania den dritten Treffer versäumt (50., 53.).

[Niklas Goße traf per Kopf zum 0:3.]

Lony entschärfte einen Schuss von Trommler im Nachfassen (62.), bevor Niklas Goße per Kopf auf 0:3 stellte. Die angesprochenen Personalrochaden sorgten in den Schlussminuten dafür, dass der SSV etwas unsortiert wirkte. FV-Innenverteidiger Alican Gültekin nutzte diesen Umstand, um bei einem Vorstoß aus der eigenen Hälfte nach Vorarbeit von Yekcan Yildirim zu verkürzen. Und als Moritz Müller in der Nachspielzeit das 2:3 markierte, herrschte in der über weite Strecken einseitigen Begegnung plötzlich noch einmal Aufregung, doch das Wiehler Aufbäumen kam zu spät.  

„In der ersten Halbzeit war Nümbrecht besser und aggressiver, nach der Pause haben wir es gut gemacht und es war ein Spiel auf Augenhöhe. Auch wenn ich das Endspiel gerne gewonnen hätte, bin ich mehr als einverstanden mit der Woche und dem Finaleinzug, nachdem wir im letzten Jahr in der Vorrunde ausgeschieden sind. Ich habe viele gute Sachen von meinen Jungs gesehen“, erklärte Mühlmann. Marcus Voike sagte: „Das Spiel in der Gruppenphase gegen Wiehl haben wir verdient verloren, heute waren wir die stärkere Mannschaft. Das Ergebnis hätte höher ausfallen können.“        

Tore

0:1 Dean-Robin Paes (13.), 0:2 Marvin Hennecken (41.), 0:3 Niklas Goße (70.), 1:3 Alican Gültekin (85.), 2:3 Moritz Müller (90.+4).

[Alican Gültekins Treffer zum 1:3.]

Quelle: www.Oberberg-aktuell.de