Für den SSV Homburg-Nümbrecht II steht erneut der Klassenerhalt im Vordergrund – Trainer Fabian Reitmeister muss neun Neuzugänge integrieren – Abstiegszone soll tabu bleiben.
Von Jürgen Lorenz
Nach der deutlichen 0:8-Heimklatsche am 17. Spieltag gegen den TuS Homburg-Bröltal platzte die Bombe: Trainer Burkhardt Graeve hatte sein Amt bereits vor der Partie aus familiären Gründen niedergelegt. Zudem wurde gleich vier Kicker aus disziplinarischen Gründen vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert. Am 3. Spieltag der Rückserie stand bei der Nümbrechter Reserve bereits der bisherige Co-Trainer Fabian Reitmeister als neuer Chefcoach an der Seitenlinie. Zwar unterlag man, auch aufgrund der äußerst prekären personellen Situation, mit 1:2 gegen den SV Altenberg, doch danach ging die Reitmeister-Elf sieben Mal in Folge nicht als Verlierer vom Platz. Mit entscheidend hierfür war die Unterstützung aus dem Kader der Landesligamannschaft von Trainer Marcus Voike.

[Trainer Fabian Reitmeister geht in seine erste komplette Saison.]
„Schnappatmung habe ich eigentlich nie bekommen“, lobt Reitmeister die Zusammenarbeit mit der Erstvertretung. „Unser kleiner Kader ist in dieser Phase zwar noch einmal mächtig geschrumpft, aber ich wusste schon immer freitags, dass wir eine Mannschaft stellen konnten.“ Lediglich die Begegnung beim Aufsteiger TuS Lindlar musste wegen fehlender Manpower abgesagt werden. Außerdem konnte sich Reitmeister im Notfall bei der 3. Mannschaft „bedienen“ – und die Nachwuchskicker aus dem eigenen Stall erwiesen sich als wichtiger Mosaikstein im Rennen um den Ligaverbleib. Am Ende der Rückserie konnte man so genauso viele Zähler wie in der Hinrunde sammeln. Die 34 Zähler langten in der Endabrechnung zum zehnten Platz.
Michael Möller und Neuzugang Robert Ihne sind künftig so etwas wie die „Herbergsväter“ bei der Nümbrechter Zweiten. Die 34-jährigen Routiniers und der 31-jährige Robin Brummenbaum sollen die blutjunge Truppe in der neuen Spielzeit führen. Der bisherige „Sturmführer“ der 1. Mannschaft soll ganz nebenbei auch wieder für mehr Torgefahr bei den Blau-Gelben sorgen, die im Vorjahr vor dem gegnerischen Gehäuse oftmals blass wirkten. Nick Risch, der mit Abstand treffsicherste Nümbrechter (elf Tore) der abgelaufenen Spielzeit, hatte seine Treffer allesamt in der Hinrunde erzielt.
Mit Hannes Volk und Marlon Runschke haben zudem zwei „Unterschiedsspieler“ den Verein verlassen. „Das tut uns natürlich weh“, freut sich Reitmeister aber auch über die „Fußballgeilheit“ der Nachwuchskicker, die allesamt bereits Kreisliga A-Luft schnuppern durften. „Wir haben zwar Erfahrung verloren, aber auch viel Qualität hinzugewonnen“, betont er.
Aus dem ursprünglichen 4-3-3 der letztjährigen Hinrunde ist inzwischen ein 4-2-3-1 oder auch ein 4-4-2 geworden. Ziel sei es, das gleiche System wie die 1. Mannschaft zu spielen. Das erleichtere zudem die Abläufe für die Kicker, die zwischen den Teams stehen. Die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit läuft derweil auf vollen Touren. Mit dem Turniersieg in Hochwald wurde ein erster Erfolg gefeiert. „Die Liga wird sehr ausgeglichen werden. Jede Mannschaft kann jeden schlagen“, ist sich der Nümbrechter Coach sicher. „Mit dem Aufstieg von Wipperfürth und Lindlar hat die Liga aber auch Qualität eingebüßt. Die waren spielerisch richtig stark.“ Aber darum werde es in diesem Jahr sehr viele enge Spiele geben, bei der die Tagesform ein entscheidender Gradmesser sein werde.
„Homburg-Bröltal und Rösrath gehen für mich als die Favoriten ins Titelrennen. Beide haben sich noch einmal richtig gut verstärkt und werden sicher oben mitspielen.“ Außerdem glaubt er an eine Überraschungsmannschaft, die das Spitzentrio vervollständigt. „Der Rest wird auf Augenhöhe spielen“, glaubt Reitmeister, der die Aufsteiger Lindlar II, Refrath, Marienheide und Derschlag, nicht als Fahrstuhlmannschaften einstuft. „Wir selbst wollen möglichst früh in ruhige Gewässer und mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, formuliert er das eigene Saisonziel.

[Fabian Reitmeister (stehend re.) und Co-Trainer Robin Brummenbaum (stehend li.) mit den Neuzugängen.]
Zugänge
Sunny River Gietz, Theo Schäfer, Raphael Wingenfelder, Phil Loyek (alle JSG Homburg U19), Shervin Parvanehpour (zuletzt SV Schönenbach), Robert Ihne (VfR Marienhagen II), Daniel Wacker (SV Frömmersbach), Robin Brummenbaum, Finley Friedrichs (beide eigene 1. Mannschaft), Yannick-Noah Selbach (eigene 3. Mannschaft)
Abgänge
Till Risch, Lein Henseleit, Andreas Miller (alle BSV Bielstein), Nick Risch, Mohamad Ali (beide SSV Wildbergerhütte-Odenspiel), Calvin Seinsche (VfR Marienhagen), Moritz Strathaus (TuS Elsenroth), Marlon Runschke (VfR Rüblinghausen)
Der Kader
Tor
Julian Seinsche, Christian Radtke
Abwehr
Andreas Scheuermann, Finley Friedrichs, Sunny River Gietz, Thomas Kelm, Julian Lindenau, Simon Schuster Rafael Wingenfelder.
Mittelfeld
Justus Hinkelmann, Robert Ihne, Bastian Kelm, Samuel Loyek, Michael Möller, Marco Sträßer, Yannick-Noah Seelbach, Theo Schäfer, Daniel Wacker, Lukas Scharf.
Angriff
Lars Löcher, Phil Loyek, Robin Brummenbaum, Shervin Parvanehpour
Trainer
Fabian Reitmeister (wie bisher)
Spielender Co-Trainer
Robin Brummenbaum
Torwarttrainer
Max Ahrend
Teammanager
Andreas Theis
Betreuer
Jörn Radtke
Quelle: www.Oberberg-aktuell.de

















